Abstract
Der Einstieg in das Leben in Deutschland ist für viele junge Erwachsene aus Nicht-EU-Staaten mit neuen organisatorischen und alltäglichen Anforderungen verbunden. Vor und nach der Einreise müssen zahlreiche Schritte bewältigt werden, etwa im Umgang mit Behörden, Bildungseinrichtungen oder Arbeitgebern. Besonders bei begrenzten Sprachkenntnissen bleibt häufig unklar, welche Abläufe notwendig sind und wie sie korrekt umgesetzt werden. Daraus entstehen Unsicherheiten, Verzögerungen und Fehlentscheidungen. Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit Ausbildungssuchenden aus dem Ausland zeigen, dass Informationen zwar vorhanden sind, im Alltag jedoch oft nicht zuverlässig angewendet werden. Ursache dafür ist weniger ein Mangel an Inhalten als vielmehr deren Aufbereitung. Komplexe Sachverhalte werden häufig textlastig oder unübersichtlich vermittelt und sind damit schwer zugänglich. Lernvideos bieten hier eine alternative Form der Wissensvermittlung, da sie Abläufe vereinfachen, Inhalte klar gliedern und zeit- sowie ortsunabhängig genutzt werden können. Durch ihre kurze Dauer und lineare Struktur eignen sie sich besonders für mobile Nutzungssituationen.
Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Gestaltung eines animierten Erklärvideos zum Thema Integration und Ankommen in Deutschland. Im Mittelpunkt steht die verständliche und visuell unterstützte Vermittlung von Informationen zu Abläufen, Prozessen und grundlegenden Anforderungen.
Im Rahmen des Projekts wurde ein Erklärvideo konzipiert und gestalterisch umgesetzt. Dafür wurden relevante Themen ausgewählt, inhaltlich strukturiert und visuell dargestellt. Das entstandene Erklärvideo dient als Grundlage für ein zukünftiges Integrationsprogramm auf einer Webseite. Das Projekt zeigt, wie durch klare Struktur, visuelle Führung und gezielte Gestaltung komplexe Informationen verständlich vermittelt werden können. Gleichzeitig bildet das entwickelte Konzept eine gestalterische Basis für die Erstellung weiterer Erklärvideos und den Ausbau eines digitalen Integrationsangebots. Ausgangspunkt der Arbeit waren praktische Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden.
Beschreibung des finalen Konzepts
Linienbasierte grafische Zeichnungen dienen der Erklärung von Orten, Objekten und Abläufen. Farbe wird bewusst und sparsam verwendet, um relevante Inhalte hervorzuheben. Eine zentrale Figur fungiert als wiederkehrendes Orientierungselement und unterstützt die nachvollziehbare Darstellung von Situationen und Handlungen.
Der entwickelte Stil bildet eine flexible Grundlage für die Umsetzung weiterer Lernvideos, die thematisch erweitert werden können, ohne den visuellen Zusammenhang oder die Verständlichkeit zu beeinträchtigen. Im Rahmen der Arbeit wurde ein Beispiel-Lernvideo umgesetzt, das als Demonstration des entwickelten Gestaltungssystems dient. Das Video stellt keinen Abschluss der gestalterischen Entwicklung dar, sondern zeigt exemplarisch, wie die festgelegten Regeln, Elemente und Kombinationen in einer konkreten Anwendung zusammenwirken. Es belegt, dass das System konsistent einsetzbar ist und über mehrere Szenen hinweg funktioniert.
Das Beispielvideo vermittelt Inhalte überwiegend visuell und verzichtet auf längere Textpassagen. Gesprochene Informationen werden durch Bilder, grafische Zeichnungen und fotografische Elemente begleitet und strukturiert. Die Gestaltung ist ruhig angelegt und auf junge Erwachsene ausgerichtet. Dabei wird bewusst auf formale Distanz verzichtet, ohne den sachlichen Charakter des Inhalts zu verlieren. Visuelle Abwechslung entsteht durch wechselnde Motive, klare Szenenwechsel und gezielte Bewegung, nicht durch dekorative Effekte.
Layout
Die Struktur des Videos beginnt mit einer Einstiegssequenz. Zunächst erscheint der Titel des Videos, gefolgt von der Darstellung der zentralen Problemsituation. Anschließend wird eine Lösung eingeführt und es wird deutlich gemacht, welche Inhalte im weiteren Verlauf des Videos erklärt werden. Diese Abfolge bereitet auf den Hauptteil vor.
Im Hauptteil werden die einzelnen Themen schrittweise erläutert. Jedes im Video behandelte Thema erhält ein eigenes grafisches Symbol, das zu Beginn der jeweiligen Szene erscheint und sich während der Szene nicht verändert. Das Symbol fungiert als konstante visuelle Referenz und unterstützt die Wiedererkennung und Einordnung der Inhalte.
Zusammenspiel der Gestaltungselemente
Die Kombination aus Linienzeichnungen, grafischen Elementen und bildbasierten Darstellungen ist bewusst hierarchisch angelegt. Linienzeichnungen übernehmen die Rolle der zentralen Bedeutungsträger und strukturieren die Szenen inhaltlich. Grafische und bildbasierte Elemente ergänzen diese Darstellungen und unterstützen die Erläuterung einzelner Aspekte, ohne selbst in den Vordergrund zu treten. Keine Szene besteht ausschließlich aus einer einzelnen Darstellungsform. Erst im Zusammenspiel der drei Ebenen entsteht eine klare Trennung zwischen zentralen Themen und erläuternden Inhalten.
Die visuelle Ruhe des Videos ergibt sich aus der reduzierten Farbpalette, der konsequenten Schwarz-Weiß-Umsetzung des Bildmaterials und der zurückhaltenden Gestaltung der grafischen Elemente. Aufmerksamkeit wird gezielt über Größenverhältnisse, Sichtbarkeitsdauer und den sparsamen Einsatz der Schmuckfarbe gesteuert. Auf dekorative oder zusätzliche Motive wird bewusst verzichtet. Auf diese Weise entsteht ein klar funktionaler Stil, der sich auf weitere Erklärvideos übertragen lässt und zugleich eine konsistente visuelle Identität ausbildet.
Szenenübersicht