erste Raumerkundung (zu Fuß)

/// Raumbegehungsprotokoll

Noch vor der ersten Raumerkundung zu Fuß konnte entstand die Idee, die Raumanalyse des Abschnitts aus Perspektive der Radfahrenden fortzusetzen. 

Hauptursache für das Interesse an dieser Untersuchung ist die Zugehörigkeit zu der zu untersuchenden Gruppe der Radfahrenden. Somit bestanden im Vorfeld bereits Erfahrungen und Vorüberlegungen, die in die genauere Beobachtung einfließen konnten. Ausgehend von diesen nachfolgenden Vorüberlegungen entstanden Fragen, dessen Beantwortung potentielle Projektvorhaben ergaben.

Vorüberlegungen zur Raumanalyse

Open Space, Schwimmbadbahnen und die „zwei Seiten“

Der breite Weg besteht aus zwei Seiten, welche durch den Verlauf der Straßenbahntrasse getrennt werden. Diese beiden Seiten sind durch bauliche und natürliche Elemente deutlich voneinander getrennt und an ausgewählten Punkten durch gekennzeichnete Übergänge verbunden. Es handelt sich um einen Open Space, in dem sich alle Akteure einen Ort teilen, unabhängig von Fortbewegungsmittel und dessen Geschwindigkeit. Dies soll die Aufmerksamkeit aller Akteure erhöhen, im Falle des breiten Weges führt es allerdings oft zu Frust und gegenseitigem Groll: Der Weg ist eine Fußgängerzone, entsprechend haben Fußgänger Vorrang. Die baulichen Voraussetzungen suggerieren jedoch die Existenz eines reinen Radwegs, auf dem Fußgänger normalerweise nichts zu suchen haben. Diese Irritation sorgt für regelmäßig für Radfahrende, die wild klingeln, rufen, oder stark bremsen müssen. Gleichzeitig sieht man oft Passierende, die von der plötzlichen Ankunft eines Rades erschreckt werden und ausweichen müssen. Darüber hinaus bewegen sich auch die Radfahrenden mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten: ältere Menschen bewegen sich auf dem Rad oft langsamer und weniger umsichtig als jüngere. Das führt, besonders in Kombination mit den Akteuren die zu Fuß unterwegs sind, zu negativen Gefühlen.

-> Kann der Open Space aufgelöst werden? Und wie kann Gleichheit geschaffen werden? 

-> Gibt es eine „Ideallinie“ für Radfahrende durch den Raum?

-> Gibt es eine „Idealgeschwindigkeit“ für Radfahrende?

-> Kann die Wirkung des irritierenden Bodens aufgelöst werden? Kann ein „echter“ Open Space entstehen?

-> Welche Gefühle existieren bei den Akteuren? Wie ist das Sicherheitsgefühl? Kann es erhöht werden?

-> Kann es eine klare Geschwindigkeitsordnung, ähnlich Schwimmbadbahnen, geben?

Raumbegehung auf dem Rad

Die Aufzeichnungen zeigen unterschiedliche Raumbegehungen mit dem Rad. Das Setup war jedes Mal gleich, wenn auch nicht ideal, wie sich zeigt: Die Kamera befindet sich am Lenker und folgt somit der Lenkbewegungen. In den meisten Fällen entspricht diese zwar auch der Blickrichtung, allerdings werden auf diese Weise Handlungen wie Schulterblicke oder ähnliches Umsehen vernachlässigt.

/// Videos und Auswertung

Expeditionsmatrix und ihre Parameter

Nach der ersten „Befahrung“ des Raums ergaben sich die nachfolgenden Parameter, welche durch Verhaltensänderungen und -konstanten untersucht werden sollen. Im Fokus steht die Frage „Was verändert sich wann?“:

- Wie verändert sich der Raum aus Sicht der Radfahrenden [morgens/ mittags/ nachmittags/ abends/ nachts]?

- Welchen Einfluss hat das Wetter [Regen/ Sonne/ niedrige Temperaturen/ hohe Temperaturen]?

- Was ändert sich durch die Geschwindigkeit und Art der Bewegung [schnell/ normal/ langsam/] [Fahrend/ Schiebend]?

- Welche Beobachtungen lassen sich von einem stationären Standpunkt machen [Anzahl der Räder/ Verlauf der Fahrtrouten]?

weitere Recherche

Nach der Überlegung, welche Parameter als nächstes zu beobachten sind, ergab sich die generelle Frage nach der Zielstellung des Projektes. Die zu tätigenden Beobachten schienen zu vielschichtig, die Ergebnisse nicht aussagekräftig genug. Statt nach Optimierung von Effizienz, Geschwindigkeit und Routen für Radfahrende zu suchen, soll die Erfahrung des Raums geändert bzw. überhaupt erst erschaffen werden.

Das neue Ziel: Menschen auf/ am/ im Rad sollen sich anders Verhalten.

Die ersten Überlegungen brachten die folgenden Ideen:

Der Breite Weg als Parkour/ Erlebnispfad/ Spielplatz für Radfahrende soll zur „Zeit zwischen zwei Pflichten“ einladen und entschleunigen. Hierzu könnten Objekte spielerisch passiert oder als Variation der Wegstrecke genutzt werden.

Objekte im Raum könnten sich in Abhängigkeit von Uhrzeit, Wetter oder Zahl der Radfahrenden verändern. Das würde den „Replay-value“ erhöhen und einen Grund zu schaffen, den Raum freiwillig erneut aufzusuchen.

Gleichzeitig könnte das Radfahren konkrete Impulse auslösen, die das Gemeinwohl im Raum steigern. Die Radfahrenden wären dann keine Quelle des Frusts, sondern ein gern gesehener Akteur auf dem Breiten Weg.

greg papove: whoopdeedoo bike ramps

Bei den whoopdeedoo bike ramps von greg papove handelt es sich um ein Projekt in Vancouver, bei dem die gewohnten, täglichen Wege mit dem Rad mit spannenden und spontanen Elementen aufgewertet werden. Das Projekt soll so das Radfahren als spaßige und alternative Fortbewegungsart promoten.

https://www.designboom.com/design/whoopdeedoo-bike-ramp-by-greg-papove/

Fahrrad[spiel]plätze 

Plätze und Spielplätze, die Aufenthaltsqualität schaffen. Spielerische Elemente laden zur Betätigung ein, Sitzmöbel schaffen Entschleunigung.

Instrumente

Das Bewegen auf den Kissen erzeugt Töne über die anliegenden Blassinstrumente.

https://ark.ie/events/view/interactive-installation-pneumaphones

Energieerzeugung

Die Energie, die beim Überfahren der Bodenschwelle entsteht, könnte am Breiten Weg für die Betreibung einer Installation o.Ä. genutzt werden.

Der Fahrtwind der Radfahrenden könnte ebenfalls als Energiequelle genutzt werden.

Wiedererkennungswert

Der Verlauf der Elbe in Magdeburg könnte als grafisches Element der Wiedererkennung aufgegriffen werden.

Bikeservice

Fahrradzähler

Gemeinschaftsgefühl unter Radfahrenden kann erzeugt und gefördert werden.

ENDABGABE

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