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CAD meets CRAFT

CAD meets CRAFT beschreibt ein hybrides Gestaltungssystem aus 3D-Druck und Textilhandwerk. Dabei sollte ein 3D-gedrucktes System entstehen, welches bewusst unvollständig ist, damit es durch textile Handarbeiten ergänzt werden kann. So können individuell gestaltbare Objekte entstehen.

Im Rahmen der Bachelorarbeit wurde dieses System an einer Lampe veranschaulicht. Die Möglichkeiten, das Prinzip auf andere Objekte anzuwenden, sind jedoch grenzenlos.

Hintergründe

In einer immer stärker digitalisierten Welt drohen traditionelle Handwerkstechniken an Bedeutung zu verlieren. Massenproduktion und algorithmisches Design können zu einer Entfremdung des Menschen vom Objekt und vom Material führen. Am Entstehungsprozess wird nicht mehr aktiv teilgenommen. Produkte wirken oft generisch und austauschbar, wodurch die emotionale Bedeutung und die Individualität teilweise verloren gehen. Gleichzeitig wächst, vielleicht auch gerade deshalb, das Interesse am Handwerk als Ausgleich zur digitalen Überforderung. Neue Technologien bieten aber auch großartige Chancen. Die Kombination aus beidem könnte eine spannende Verbindung aus technischer Präzision und kreativem Handwerk bilden.

Projektziel

Das Projekt verbindet 3D-Druck und Textilhandwerk zu einer neuen gestalterischen Sprache. Entwickelt wird ein modulares, DIY-basiertes Open-Source-Designsystem, mit dem Nutzer:innen Bauteile selbst drucken, anpassen und durch textile Handarbeit individuell vervollständigen können. In diesem Projekt wird besonders auf die Handwerkstechnik Häkeln eingegangen. Durch die Wahl von Garnart und Farbe können unterschiedlichste visuelle Effekte erzielt werden. So entstehen individualisierbare, funktionale Produkte und zugleich ein Beitrag zur Wiederbelebung des Handwerks im digitalen Zeitalter.

Entwurfsprozess

Bevor der Entwurf einer Lampe festgelegt wurde, wurden verschiedene mögliche Produkte in Betracht gezogen. Den daraus entstandenen Überlegungen sind die folgenden Entwurfsskizzen gewidmet. Sie zeigen nicht nur erste Ansätze sowie überzeugende oder weniger geeignete Alternativen, sondern geben zugleich einen Ausblick darauf, welche weiteren Produkte sich nach dem beschriebenen Prinzip realisieren lassen.

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Nachdem die Entscheidung für die Realisierung einer Lampe getroffen worden war, wurden mehrere Skizzen angefertigt, in denen unterschiedliche Formgebungen und konstruktive Varianten durchgespielt wurden. Im Mittelpunkt stand dabei die Überlegung, wie das Textil gespannt, geführt oder am 3D-gedruckten Gerüst befestigt werden könnte.

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Folgende Entwürfe wurden dann ausgewählt, weiter bearbeitet und umgesetzt.

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Materialproben

Um ein besseres Gefühl für unterschiedliche Garnarten, Häkelmuster und Farbkombinationen zu entwickeln, habe ich zunächst mehrere Häkelproben angefertigt. Anschließend habe ich diese Proben über eine Lichtquelle gespannt, um zu beobachten, wie sie das Licht beeinflussen und welche Stimmung, Transparenz sowie Oberflächenwirkung jeweils entstehen. So ließ sich direkt vergleichen, welche Materialien und Muster sich für die gewünschte Lichtwirkung am besten eignen.

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Prototypen Umsetzung

Um die ausgewählten Skizzen in erste Prototypen zu überführen, wurden mehrere Modelle in Blender erstellt und anschließend per 3D-Druck gefertigt. Die gedruckten Gerüste wurden danach mit einem textilen Material bespannt, um die Kombination aus digitaler Struktur und handwerklicher Ergänzung praktisch zu erproben. Wo es technisch möglich war, wurde zudem eine Lichtquelle im Inneren integriert, um die entstehende Lichtwirkung direkt beurteilen und die Gestaltung entsprechend weiterentwickeln zu können.

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Hauptmodell Umsetzung

Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse begann anschließend die Umsetzung des Hauptmodells. Es sollte die zuvor erprobten Ansätze und Learnings bündeln, die Konstruktion weiter verfeinern und zu einem stimmigen, hochwertigen Endprodukt führen. Im Vergleich zu den ersten Prototypen ist das Hauptmodell zudem deutlich größer dimensioniert, um die Wirkung von Form, Material und Licht im finalen Maßstab überzeugend erfahrbar zu machen.

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Durch verschiedene Textilbespannungen und Farbwahlen können nun individuelle Farb-und Lichtwirkungen geschaffen werden.

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Fazit

In diesem Projekt wurde gezeigt, wie sich 3D-Druck und Textilhandwerk  zu einem offenen, modularen DIY-Designsystem verbinden lassen. Hierbei werden die Objekte nicht als fertige Endprodukte verstanden, sondern als Gestaltungsgrundlagen, die Nutzer:innen aktiv erweitern können.

Der DIY- und Selbstgestaltungsaspekt kommt vor allem dadurch zustande, dass die 3D-gedruckten Teile erstmal nur ein unvollständiges Objekt liefern. Die eigentliche Individualität wird also in der handwerklichen Aneignung geschaffen: Das Objekt wird durch Häkeln manuell vollendet und personalisiert. Unterschiedliche Muster, Garne und Materialien führen zu deutlich verschiedenen Oberflächen und Effekten, sodass das Endprodukt sichtbar die Handschrift der Nutzer:innen trägt.

Vielleicht konnte ich mit diesem Projekt einen Impuls setzen, handwerkliche und haptische Tätigkeiten wieder stärker in den Alltag zu integrieren -  als bewusster Gegenpol zur digitalen Welt. Indem Gestaltung nicht nur am Bildschirm stattfindet, sondern über Material, Technik und direkte Berührung erfahrbar wird, kann so ein gesunder Abstand entstehen und der Wert des Selbermachens wieder in den Vordergrund rücken.

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Projektvideo

Ein Projekt von

Fachgruppe

Bachelor Industrial Design

Art des Projekts

Bachelorarbeit

Betreuer_in

foto: Bernhard Schmid-Wohlleber foto: Prof. Marion Meyer

Zugehöriger Workspace

Bachelor Kurzdokumentationen

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2025 / 2026