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Masterarbeit

Gesundheitswächter – Konzeptentwicklung einer Digital Health-Anwendung zur Unterstützung von Krebsbetroffenen bei deren oraler Krebstherapie im Alltag.

HINTERGRUND

Kaum eine Krankheit ist so gefürchtet wie Krebs. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Krebs die zweithäufigste Todes- und Krankheitsursache in Europa, nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland gehören Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs und Gebärmutterhalskrebs. So individuell wie die verschiedenen Krebserkrankungen sind auch deren Behandlungsmöglichkeiten. Zu den am häufigsten eingesetzten Therapiearten gehören die operative Entfernung eines Tumors, die Therapie mit Strahlen und die Chemotherapie mit Medikamenten, die oft auch miteinander kombiniert werden. Immer mehr Krebsbehandlungen, wie etwa Chemo- und Hormontherapien sowie zielgerichtete Therapien, erfolgen mit Tabletten.

PROBLEMSTELLUNG & ZIELSETZUNG

Der Vorteil der so genannten oralen Krebstherapie liegt darin, dass die Betroffenen die Krebsmedikamente zu Hause einnehmen können und so möglichst wenig Zeit im Krankenhaus oder in einer Praxis verbringen müssen. So bleibt das Leben der Krebsbetroffenen flexibel, und sie können sich dadurch einen großen Teil ihrer Lebensqualität bewahren. Da diese Therapieform nicht mehr unter der unmittelbaren Aufsicht von Ärzten stattfindet, besteht eine erhöhte Gefahr von Fehlmedikationen und an mangelnder Betreuung, die den Erfolg der Therapie gefährden. Die orale Krebstherapie verlangt vom Patienten ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Selbstdisziplin. Da die Wirkstoffe, die den Krebs bekämpfen sollen, in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen werden, ist die Einhaltung der speziellen Einnahmeregeln für den Erfolg der Therapie ausschlaggebend. Neben der korrekten Einnahme und Dosierung ist zu beachten, dass es bei einer oralen Krebstherapie zu Wechselwirkungen mit bestimmten Lebensmitteln und/oder anderen Medikamenten kommen kann. Dadurch kann die Wirkung einer oralen Krebstherapie abgeschwächt, beziehungsweise können unerwünschte Nebenwirkungen verstärkt werden. Hinzu kommt, dass jeder Mensch unterschiedlich auf Arzneimittel reagiert. Außerdem haben viele Krebsmedikamente unerwünschte Nebenwirkungen. Dazu zählen beispielsweise Hitzewallungen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Haarausfall, Verstopfung, Durchfall oder Hautausschläge. Wie die möglichen Risiken der Fehlmedikation im Alltag der Betroffenen mittels digitaler Technologien reduziert werden können, wurde in der Masterarbeit untersucht. Dabei wurde folgender Fragestellung nachgegangen: Wie muss eine Digital Health-Anwendung gestaltet sein, um den Umgang mit oralen Krebsmedikamenten für Krebsbetroffene im Alltag zu erleichtern?

UMSETZUNG 

Mithilfe digitaler Technologien lassen sich Alternativen sowie bisher noch nicht dagewesene Synergien im Bereich der Medikamententherapie schaffen, die eine personalisierte Betreuung, Aufklärung und ein Monitoring möglich machen. Falsch verstandene Einnahmeregeln, mühsam erstellte Einnahmepläne, fehlende fachliche Ansprechpartner bei akuten Fragen, Ratlosigkeit bei der Ernährung, Misstrauen oder mangelnde Motivation der Krebsbetroffenen sollen durch die Digital Health-Anwendung „Fellow“, der digitale Begleiter für Krebsbetroffene, eingeschränkt werden. Die Anwendung besteht aus einer digitalen Medikamentenbox, einem Smart-Armband und einer Gesundheits-App. Fellow, die ganzheitliche digitale Anwendung sorgt dafür, dass die Einnahme von Krebsmedikamenten nicht vergessen wird, und diese unabhängig von Ort und Situation erfolgen kann. Ernährungstipps und personalisierte Empfehlungen in Echtzeit helfen Krebsbetroffenen, mit den aufkommenden Beschwerden besser umzugehen und so ein Stück Lebensqualität wieder zurückzugewinnen.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Master Interaktion Design

Art des Projekts

Masterarbeit

Betreuung

Prof. Steffi Hußlein Henrik Rieß

Zugehöriger Workspace

MID: Master Colloquium I MA Thesis

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2020