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BID: Modellbau 2_WiSe 20/21

Dokumentation der drei Modellbauaufgaben im 2. Semester:

METAMORPHOSE

Ideenfindung:

Der erste Schritt der Ideenfindung bestand aus einfachen Skizzen, um zu überprüfen, ob und wie sich Gegenstände in meiner Umgebung auf Linien und Linienzeichnungen reduzieren lassen. 

Dabei stieß ich auf die Erkenntnis, dass sich Objekte mit bzw. aus Bohrungen, Rotationskörpern und Rundungen nur nur schwer mit einer einzigen Linie darstellen lassen, insofern man ihren Charakter sichtbar machen möchte.

Daraus resultierte die Entscheidung, die Objekte soweit zu abstrahieren, dass die Form ihrem Querschnitt nahe kommt.

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Entwicklung von Zahnbürste zu Kamm: 

Letztendlich fiel die meine Entscheidung auf die Metamorphose von Zahnbürste zu Kamm, da beide Objekte Bürsten- bzw. Zahnelemente (bezogen auf die Zähne des Kamms) besitzen, in ihrer abstrahierten Grundform aber trotzdem sehr verschieden sind.

Um einen gleichmäßigen Übergang über fünf Entwicklungsschritte zu erzeugen, nutze ich Transparentpapier, so dass auf die jeweils vorangegangene Zeichnung zurückgegriffen werden konnte. Alle Zeichnungen dabei wurden aus einer Linie ohne abzusetzen gezeichnet.

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Umsetzung aus Draht:

Ausgehend von diesen Zeichnungen formte ich die Gegenstände aus 1,5 Millimeter dickem Draht. Als Werkzeug kamen verschiedene Zangen zum Einsatz. Ähnlich wie bei den Zeichnungen bestehen auch die Umsetzungen aus nur einem Stück Draht, also einer „Linie“ im Raum.

Beim Bearbeiten des Drahts stellte sich vor allem die Formfestigkeit als Problem heraus, da er bei kleineren Bearbeitungsschritten in seine Ursprungsform „zurückspringt“ und sich kleine Öffnungen nur schwer schließen lassen.

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FREIE VERBINDUNG

Ideenfindung:

Meine ersten Ideen zu einer Verbindung von zwei Gegenständen basieren darauf, beide Objekte in alle Dimensionen in ihrer Bewegung einzuschränken. Dafür sollte in jede dieser Dimensionen eine andere Technik zum Einsatz kommen: Die ineinandergreifende Form der Leisten schränkt die Bewegung in der Y-Achse ein, der Metallpin in der X-Achse und die Schnur in der Z-Achse (siehe erstes Blatt).

Weitere Ideen bestanden aus der Fixierung von bewegungseinschränkenden Keilen durch Schnur bzw. Paracord, sowie die Verwendung von Rundstäben und Paracord zu einer Spannverbindung. 

Die letzte Idee bestand aus einer T-förmigen Verbindung unter Verwendung eines Drahtes, inspiriert vom Verschluss einer Bügelflasche. Die zu verbindenden Teile sollten passgenau ineinander greifen und dann mit dem Metallverschluss fixiert werden.

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Erweiterte Ideenfindung:

Von den vorangegangenen Ideen entschied ich mich für die Umsetzung des Metallverschlusses mit der Änderung, anstelle von Kanthölzern Rundhölzer zu wenden, um so den Verschluss einer herkömmlichen Bügelflasche verwenden zu können. Somit würde das selbständige Biegen des Verschlusses wegfallen.

Ausgehend von dieser Idee entstanden drei Ideen für eine solche Verbindung. Wie zuvor erwähnt greifen die beiden Teile der Verbindung passgenau ineinander und werden dann durch den Druck des Bügels fixiert.

Die erste Idee einer Eckverbindung kombiniert die Überblattung zweier Leisten mit einem zylinderförmigen Bolzen, au den diese aufgesteckt wird. Beim errechnen der Maße erwies sich diese Verbindung allerdings im Maßstab eines Handelsüblichen Verschlusses als zu kleinteilig und kompliziert, verglichen mit den anderen Ansätzen. 

Der erste dieser Ansätze verwendet eine mehrfach durchbohrte Leiste, welche durch den Kopf eines Bügelflaschenverschlusses fixiert wird. Die Idee hinter diesem Ansatz war, den gesamten Verschluss zu verwenden, um so das semantisch eindeutige Design einer Bügelflasche auf eine T-förmige Verbindung zu übertragen. Obwohl viele Brauereien auf Köpfe aus Plastik verwenden, finden sich vereinzelt auch Marken mit Köpfen aus Porzellan, was bei der Verwendung in der Verbindung zusätzlich für eine hochwertige Wirkung sorgt. 

Der zweite der oben genannten Ansätze vereinfacht das Prinzip der vorangegangenen Eckverbindung. Der Metallbügel der Flasche fixiert ein Kantholz, welches passgenau in das bearbeitete Rundholz eingefasst ist. Eine Nut auf der Oberseite sorgt für eine ebene Fläche aus Bügel, Rund-und Kantholz.

Ich habe mich dazu entschieden, beide Varianten in der Werkstatt umzusetzen, da trotz des gleichen Verschlussmechanismus sehr charakteristisch unterschiedliche Verbindungen entstehen, die es sich lohnt, gegenüber zu stellen. Zudem bieten beide Ideen hohes Gestaltungspotential, da sich die Farbe der Rundhölzer durch Beizen und die Farbe des Metallbügels durch Galvanisierung vielfältig ändern lassen.

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Maße und Maßstabsskizze:

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Umsetzung:

Der erste Schritt der Umsetzung beinhaltete die Bearbeitung der Metallbügel. Das bedeutet die Entfernung des Dichtungsgummis und das Abschleifen des Logos auf dem Porzellankopf für die Verbindung mit der „Lochleiste“ und die Entfernung des Kopfes für die Verbindung mit dem eingefassten „Kantholz“. 

Die Maßstabsskizze diente danach als Grundlage für die Bearbeitung der Holzteile mithilfe von Drehbank, Fräse, Standbohrmaschine, Tellerschleifmaschine und unterschiedlichen Handwerkzeugen in der Werkstatt. Zuhause habe ich zur Oberflächenbearbeitung alle Holzteile gewässert, geschliffen und geölt.

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Details:

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Steckverbindung mit Bügel und Porzellankopf

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Details:

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T-förmige Verbindung mit Bügel

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Details:

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Fazit/ Erkenntnis:

Der Verschluss einer handelsüblichen Bügelflasche bietet unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten außerhalb der Getränkeindustrie. So kann ich mir vorstellen, in zukünftigen Projekten Gebrauch von diesen Bügeln als Verbindungs- und Gestaltungselementen zu machen. Die Verwendung eines Kopfes aus Porzellan bietet zum Beispiel die Möglichkeit zur Unterbringung eines Logos mit dem Charakter eines Siegels. Dazu kommen die vielseitigen Gestaltungsmethoden hinsichtlich Galvanisierung und Einfärbung von Metallen und z.B. Holz via beizen. Auf der anderen Seite könnte die Verwendung der Verschlüsse als Upcycling-Methode ausrangierte Flaschen wiederverwerten, in Verbindung mit meinem Schichtungsexperimenten aus Material und Herstellung ist sogar eine Verwendung der gesamten Flasche denkbar.

Was die Gegenüberstellung und Bewertung der unterschiedlichen Ergebnisse angeht, so zeigt sich die Steckverbindung mit Porzellankopf wesentlich verspielter als die vereinfachte Bügelverbindung. Die runden Bohrungen unterstützen die Form der Rotationskörper und sorgen für eine weiche und sanfte, aber trotzdem nicht untergeordnete Wirkung. Zudem erfolgt ein semantischer Transfer von der Bügelflasche in den neuen Kontext eines Verbindungselements. Die andere Bügelverbindung wiederum verkörpert durch die verhältnismäßig scharfen Kanten des Kantholzes eine gewisse Einfachheit und Neutralität. Interessant sind ebenfalls die unterschiedlichen Raumwirkungen, welche durch die Form und Anordnung der Elemente innerhalb der Verbindungen entstehen. Der Lochleiste sieht man an, dass sie nur einen geringen Teil der Masse ausmacht. Sie wird aufgelegt und fixiert, demnach ordnet sie sich dem Rundholz unter. Das Rundholz wiederum bildet den Schwerpunkt der Verbindung, es ist wie ein Amboss, auf den durch den Porzellankopf Kraft ausgeübt wird. Das Kantholz auf der anderen Seite bildet in seiner Breite ungefähr ein Drittel des Rundholz-Durchmessers. Durch die Einpassung in das Rundholz verbinden und verstärken sich die einzelnen Elemente. Es bildet sich eine gleichmäßig massive Einheit, die durch den Bügel gesichert wird. Auch wenn das Rundholz logischerweise mehr Gewicht hat als das Kantholz, wirkt die Verbindung insgesamt solide und gleichmäßig gewichtet.

KNAUF MIT GEWINDE

Umsetzung mit Drehbank und Gips:

Da es sich bei der Aufgabe um eine Maschinenübung handelt, lässt sich nur der eigene Umgang mit diesen Maschinen bewerten und dokumentieren. 

Die Arbeit mit der Drehbank hat unter der Anleitung von Christian Pichl sehr gut funktioniert und konnte später auf die Umsetzung der freien Verbindung übertragen werden. 

Der Abgießen mit Gips lief unter Anleitung ebenfalls gut, leider ist beim Herausdrehen des Knaufes ein Teil des Gewindes abgebrochen. Hier wurde vermutlich nicht genug Trennmittel aufgetragen. Zudem befindet sich das Gewinde nicht der Mitte des Gipsblockes, was für die Funktion aber nicht weiter störend ist. Zur Nachbearbeitung habe ich die Kanten des Blocks gebrochen und die Oberflächen geraspelt, daher auch die gebürstete Struktur auf den Außenflächen und Kanten.

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Details:

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Art des Projekts

Keine Angabe

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2020 / 2021

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